Viele Pädagogen und Psychologen sind der Meinung, dass jüngere Kinder den Unterrichtsstoff oft schwerer aufnehmen können als ältere Klassenkameraden. Außerdem belegt eine Studie der Bildungsforscherin Gabriele Bellenberg, dass zu früh eingeschulte Kinder bis Ende der Schulzeit fast doppelt so oft eine „Ehrenrunde“ drehen müssen – also ein Schuljahr wiederholen.
Wenn Kinder schon beim Schulstart merken, dass sie in vielen Fächern nicht so fit sind wie ihre Klassenkameraden, dann kann das großen Druck erzeugen und sich auf die Leistung in der gesamten Schulzeit auswirken. Und vor allem können Kinder das Gefühl haben, immer hinterherzuhinken – das wollen viele Eltern ihren Schützlingen ersparen.
Wenn sich Eltern entscheiden, mit der Einschulung zu warten, ist es eventuell sinnvoll, das Kind entsprechend zu fördern. Manche Kinder sind vielleicht einfach noch nicht so weit und entwickeln sich im nächsten Jahr ganz von alleine weiter – andere brauchen besondere Unterstützung. Eltern sollten gemeinsam entscheiden, ob besondere Fördermaßnahmen notwendig sind.
Eine Entscheidungshilfe dabei kann die U9-Untersuchung beim Kinderarzt sein. Hier werden alle Organe des Kindes, Urin und Blutdruck kontrolliert. Außerdem testet der Arzt Seh- und Hörvermögen, Beweglichkeit, Geschicklichkeit sowie Sprachentwicklung. Auch das Verständnis für Zusammenhänge und das soziale Verhalten werden abgefragt.
Wenn der Arzt hierbei besonderen Förderbedarf festgestellt, können Eltern Hilfe in Anspruch nehmen – zum Beispiel von Logopäden oder Ergotherapeuten. So ist das Kind im nächsten Jahr ganz sicher fit für den Schulstart.